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Vier Satelliten überfliegen die Erde. Von einem der Satelliten erstrecken sich feine Linien in Richtung Erde, an deren Enden verschiedene kleine Piktrogramme zu sehen sind. Unter den Symbolen befinden sich unter anderem ein Flugzeug und ein Mobiltelefon.

Quelle: Copyright: ©GSA

Mit GALILEO verschafft sich Europa unabhängigen Zugang zur Schlüsseltechnologie Satellitennavigation.

Bereits heute sind die satellitengestützten Anwendungen fester Bestandteil des täglichen Lebens: zum Beispiel bei der Nutzung von Car Sharing-Modellen im urbanen Raum, der Nachverfolgung von Lieferungen, bei Rettungseinsätzen und Krisenlagen oder zur Steigerung der Effizienz in der Landwirtschaft.

Die Wertschöpfungspotenziale damit verbundener Innovationen bieten enorme Wachstums- und Wohlstandschancen für Deutschland und Europa.

Mit dem GALILEO – Public Regulated Service (PRS), einem der Navigationsdienste des Systems, bietet GALILEO zudem erstmals ein besonders geschütztes, verschlüsseltes Navigationssignal für die zivile Nutzung.

Im Dezember 2016 ist das GALILEO System mit der Erklärung sog. „erster Dienste“ in die operationelle Phase eingetreten. Seither können Nutzer Signale von GALILEO Satelliten im All verwenden.

Verfügbar sind zunächst der offene Dienst (Open Service, OS), der Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue, SAR) sowie der öffentlich-regulierte Dienst (Public Regulated Service, PRS).

Grundlage dieses Schrittes ist der kontinuierlich voranschreitende Aufbau des GALILEO Systems mit insgesamt sieben gelungenen Starts seit 2015 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana.

Teil dieser Erfolgsserie waren unter anderem drei Starts mit der europäischen Trägerrakete Ariane 5 im November 2016, Dezember 2017 und zuletzt im Juli 2018 – nie zuvor waren jeweils vier Navigationssatelliten zeitgleich ins All verbracht worden.

Die Anzahl der sich im All befindlichen Satelliten beträgt nunmehr 26. Damit ist GALILEO grundsätzlich voll einsatzfähig.

Auf der Seite der Agentur für das Europäische Weltraumprogramm (EUSPA), haben Nutzer die Möglichkeit, den aktuellen Status der einzelnen Satelliten sowie der gesamten Konstellation einzusehen.

In den kommenden Jahren wird die Konstellation kontinuierlich vervollständigt.

GALILEO bietet unterschiedliche Dienste für verschiedene Anwendungsbereiche:

  • Der offene Dienst (Open Service, OS) ist für Anwendungen aller Art frei und kostenlos verfügbar. Dieser Dienst steht der breiten Öffentlichkeit eingeschränkt seit 2016 zur Verfügung.
  • Das Signal des Hochpräzisionsdiensts (High-Accuracy-Service, HAS) ergänzt den Open Service um Korrekturdaten und bietet eine Position bis auf 20 Zentimeter genau. Der HAS wird insbesondere zu professionellen und kommerziellen Zwecken genutzt.
  • GALILEO leistet mit dem Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue, SAR) einen wichtigen Beitrag zum COSPAS-SARSAT System. In Notlagen Geratene können Hilferufe abgeben, die über einen neuartigen Rückkanal („Hilfe ist unterwegs“) via der GALILEO Satelliten bestätigt werden. Damit einher geht auch eine signifikante Verkürzung der Reaktionszeiten.
  • Mit dem öffentlich-regulierten Dienst (Public Regulated Service, PRS) wird erstmals ein besonders geschütztes, verschlüsseltes Navigationssignal für autorisierte zivile Nutzer verfügbar.

Der Systemaufbau von GALILEO wird ausschließlich aus dem Haushalt der Europäischen Union finanziert. Mit 8,0 Milliarden Euro kommt GALILEO der größte Anteil des Weltraumbudgets der Europäischen Kommission für die Jahre 2021 bis 2027 zu. Daneben stehen Gelder aus dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont Europa zur Verfügung.

EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) ist Europas regionales Ergänzungssystem für satellitengestützte Positionsbestimmung. Über ein Netz an Bodenstationen und geostationären Satelliten steigert es die Genauigkeit offener Signale globaler Satellitennavigationssysteme auf 1 bis 2 Meter.

Darüber hinaus bietet es mit dem sog. Safety-of-Life Dienst eine Integritätsmeldung. Sobald die Positionsgenauigkeit der Signale nicht mehr in vorgegebenen Grenzen liegt, erhält der/die Nutzer/in eine Warnmeldung. Hierdurch wird der weitergehende Einsatz von satellitengestützter Navigation auch in sicherheitskritischen Anwendungen, beispielsweise im Luftverkehr, ermöglicht.

EGNOS ist bereits seit 2009, der Safety-of-Life Dienst seit 2011 verfügbar. Bereits heute ist an nahezu 200 Flugplätzen in Europa ein EGNOS-gestütztes Anflugverfahren eingerichtet, unter anderem am Großflughafen Paris-Charles-de-Gaulle. Durch die zukünftige Einbindung des offenen Signals von GALILEO wird die Qualität von EGNOS in Zukunft weiter erhöht werden.