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Eine Regionalbahn durchfährt einen Bahnhof. Am linken Bildrand ist ein leerer Bahnsteig zu sehen. Der Fokus liegt auf dem Zug selbst. Der Rest des Bildes ist unscharf und deutet dadurch die Geschwindigkeit der Regionalbahn an.

Quelle: den-belitsky / Adobe Stock

Mit EU-Amtskollegen, der Europäischen Kommission sowie Vertretern der Eisenbahnunternehmen wurde über einen leistungsfähigen modernen europäischen Schienenverkehr beraten. Dabei wurde das Konzept für einen „TransEuropExpress (TEE) 2.0“ vorgestellt. Außerdem wurde die „Berliner Erklärung“ verabschiedet, um den Schienengüterverkehr zu stärken.

Das Medienbriefing in englischer Sprache finden Sie hier.

TransEuropExpress (TEE) 2.0

Das Ministerium hat das Konzept „TransEuropExpress (TEE) 2.0 erarbeitet. Damit können bestehende Zugverbindungen besser miteinander verknüpft werden. Auf Basis nationaler Taktverkehre und Verbindungen kann ein grenzüberschreitender Europa-Takt entstehen, mit Hochgeschwindigkeitszügen und Nachtzügen, die von den Unternehmen eigenwirtschaftlich betrieben werden können.

Beispiele: von Paris über Brüssel und Berlin nach Warschau. Oder von Berlin über Frankfurt, Straßburg und Lyon nach Barcelona.

Der Weg zum TEE 2.0.:

Enger Austausch der Mitgliedstaaten: Ziel ist, unter Moderation der Mitgliedsstaaten möglichst viele Unternehmen vom TEE-Konzept zu überzeugen und zum Mitmachen zu bewegen, damit noch während der deutschen Ratspräsidentschaft eine Absichtserklärung unterzeichnet werden kann.

Digitale Buchungsplattform: Über eine digitale Plattform sollen europäische Bahnverbindungen gebucht werden können. Die Deutsche Bahn und weitere europäische Eisenbahnunternehmen haben dazu bereits Vorschläge erarbeitet.

Europäisch einsetzbare Fahrzeuge: Fahrzeuge für den grenzüberschreitenden Verkehr sind teurer, als jene, die nur national einsetzbar sind (verschiedene Fahrstrom- und Zugsicherungssysteme; höhere Anforderung an Ausstattung). Deutschland setzt sich für ein entsprechendes EU-Förderprogramm ein.

Die Pressekonferenz in englischer Sprache finden Sie hier.

Berliner Erklärung

Mit der „Berliner Erklärung“ bekennt sich die deutsche Ratspräsidentschaft klar zum Schienengüterverkehr. Er soll weiter gestärkt werden, durch:

  • die Digitale Automatische Kupplung,
  • den weiteren Ausbau digitaler Leit- und Sicherungstechnik ERTMS/ETCS und digitaler Stellwerke
  • den digitalen Datenaustausch bei Logistikprozessen und im Verkehrsmanagement,
  • mehr Kapazität von Infrastrukturen und Terminals,
  • bessere Interoperabilität,
  • den Einsatz von 740 Meter langen Zügen,
  • die weitere Stärkung des Kombinierten Verkehrs,
  • wirksamen Lärmschutz an der Schiene, und
  • gut ausgebildetes Personal.

Die Berliner Erklärung im Wortlaut finden Sie hier.

Digitale Automatische Kupplung

Auch heute noch werden Güterwaggons mühsam per Hand mit Schraubenkupplungen miteinander verbunden. Aufwändige Arbeiten mit hohem Personaleinsatz sind notwendig, bis ein Güterzug abfahren kann.

Die „Digitale Automatische Kupplung“ kann hier zum Innovationstreiber werden. Güterzüge können dadurch leichter, schneller, effizienter und kostensparender zusammengestellt werden. Mithilfe von durchgehenden Strom-, Daten- und Druckluftleitungen zwischen den Waggons können zudem Prozesse automatisiert und digitalisiert werden.

Das BMDV hat ein Forschungsprojekt gestartet und mit 13 Millionen Euro gefördert, den „DAK-Demonstrator“. Dabei werden verschiedene Systeme in der Praxis getestet.

Durchgeführt wird es von einem internationalen Konsortium aus sechs Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich, angeführt von der Deutschen Bahn. Weitere Partner: SBB Cargo, Rail Cargo Austria sowie die Wagenhalter Ermewa, GATX Rail Europe und VTG. Laufzeit des Projekts: bis Ende 2022

Ziel des Projektes ist, in enger europäischer Abstimmung den flächendeckenden Einsatz dieser innovativen Technologie für den Schienengüterverkehr vorzubereiten.