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Grafik: Gittermodell eines Gebäudes
Digitalisierung eines Gebäudes

Quelle: Fotolia / adam121

Erst virtuell, dann real bauen!

Digitale Technologien tragen zu Kostentransparenz, Effizienz und Termintreue von Infrastrukturvorhaben bei. Die bessere Verfügbarkeit und Vernetzung von Daten sorgt für alle an Bauprojekten Beteiligten für bessere Planungs-, Steuerungs- und Koordinationsmöglichkeiten. Zeitpläne, Kosten und Risiken können einfacher, früher und präziser ermittelt und lückenlos kontrolliert werden.

Die durchgängige Digitalisierung aller planungs- und realisierungsrelevanten Bauwerksinformationen als virtuelles Bauwerksmodell wird mit Building Information Modeling – kurz BIM – umschrieben. Diese Methode nutzt gegenüber herkömmlichen IT-Modellen deutlich mehr Informationen und schafft eine synchronisierte Datenbasis, auf die alle am Bau Beteiligten zugreifen können.

Neuigkeiten

Im aktuellen Förderaufruf des BMDV-Programms mFUND für die Förderung von Dateninnovationen wurde als ein Prioritätsthema für die Einreichung von Projektvorschlägen "Angewandte Dateninnovationen, Datenmodelle und Prozessanalytik für die Umsetzung digitaler Zwillinge in der Infrastrukturbereitstellung" festgelegt.

Interessierte Akteure werden zur Einreichung entsprechender Projektkonzepte ermuntert.

Weitere Informationen zum Förderaufruf und zu bisherigen Projekten.

Auf dem Weg zur BIM-Umsetzung in der Praxis

Die Nutzung Digitaler Methoden war eine zentrale Forderung der Reformkommission Bau von Großprojekten.

Um der BIM-Methode in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr einen Stufenplan für die Einführung von BIM vorgelegt. Der Fokus liegt auf dem Infrastrukturbau und den infrastrukturbezogenen Hochbau, kann aber auch in anderen Bereichen als Modell genutzt werden.

Der Koalitionsvertrag für die 20. Legislaturperiode benennt die Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung als ein wichtiges Ziel für die Umsetzung von Verkehrsinvestitionen. Insbesondere soll die Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsprozessen prioritär umgesetzt werden. Die Methode Building Information Modeling ist dafür ein zentrales Instrument. Durch die Förderung digitaler Zwillinge können die Potentiale der Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit genutzt und so der Verbrauch an Ressourcen reduziert werden.

Weitere Informationen zu Grundlagen und Vorarbeiten zu BIM finden Sie hier.

Aufbauend auf dem Stufenplan Digitales Planen und Bauen setzt das BMDV die BIM-Methode im Bereich der landgebundenen Verkehrsträgern Schiene, Straße und Wasser um.

BIM Deutschland – das nationale Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens

Die Bundesregierung hat mit BIM Deutschland ein nationales Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens ins Leben gerufen. Es ist die zentrale öffentliche Anlaufstelle des Bundes für Informationen und Aktivitäten rund um Building Information Modeling (BIM).

BIM Deutschland bringt mit gezielten Informations-, Beratungs- und Vernetzungsangeboten das digitale Bauen in der Praxis voran und engagiert sich im Bereich Standards und Normen, so dass Planung, Bau und Unterhalt der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland effizienter, kostengünstiger und transparenter umgesetzt können.

Weitere Informationen finden Sie hier.


BIM Deutschland Beirat

Am 30. September 2021 wurde der neue Beirat zu BIM Deutschland konstituiert.

Der Beirat von BIM Deutschland übernimmt eine beratende Funktion bei der fachlichen Ausrichtung von BIM Deutschland. Er unterstützt die Bundesregierung bei der Implementierung der Digitalisierung im Bauwesen.

Der Beirat ist eine wichtige Schnittstelle zwischen der Baupraxis und der Politik. Aus Sicht der Praxis soll er für das Bauwesen die Potenziale der Digitalisierung im Allgemeinen und die Chancen der Methode BIM im Besonderen aufzeigen. Aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette Bau informiert der Beirat über technische und organisatorische Neuentwicklungen und weist auf mögliche neue Handlungsfelder hin.

Die Staatssekretäre Stefan Schnorr aus dem BMDV und Dr. Rolf Bösinger aus dem BMWSB begrüßten zu Beginn der Veranstaltung die Beiratsmitglieder. In ihren Grußworten betonten beide die Bedeutung von BIM für die Erreichung der ehrgeizigen Ziele im Koalitionsvertrag, insbesondere mit Blick auf Klimaschutz, Wohnungsbau und Planungsbeschleunigung von Bauvorhaben.

Die zweite Sitzung hatte zum Ziel, die Beiratsmitglieder über die Aktivitäten von BIM Deutschland sowie die neuesten Entwicklungen zu BIM im Bundesfernstraßenbereich zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Themenschwerpunkte und Handlungsfelder im Kontext der Digitalisierung einzubringen. Zu Beginn stellte Dr. Jan Tulke von der planen-bauen 4.0 GmbH aktuelle Vorhaben und bereits erreichte Ergebnisse von BIM Deutschland. Einen besonderen Schwerpunkt legte er hierbei auf das BIM-Portal, das im Sommer 2022 veröffentlicht werden soll und allen BIM-Anwendern Informationen, Anwendungen und einheitliche BIM-Daten zentral verfügbar machen wird. Anschließend stellte Andreas Meister, Referat StB 27 des BMDV, den Masterplan BIM Bundesfernstraßen vor. Der Masterplan beschreibt den Weg hin zu BIM als bundeseinheitlichem Standard für die technische Verwaltung aller Bundesfernstraßen.

In der anschließenden Diskussion identifizierten die Beiratsmitglieder die folgenden Themencluster als wichtige Handlungsfelder: den Nutzen und die Mehrwerte von BIM stärker herausarbeiten, positive Beispiele zum BIM-Einsatz dokumentieren, Digitalisierung in der Aus- und Weiterbildung vorantreiben, die Einbindung von Baustelle und Betrieb in die BIM-Einführung verstärken, Datensicherheit, -integrität und -schutz von Bauwerksdaten sicherstellen. Auf Basis der identifizierten Themencluster wird der Beirat in den kommenden Sitzungen ein eigenes Programm ausarbeiten.

Die Beiratsvorsitzenden Herr Andreas Krüger (BMDV) und Herr Lothar Fehn Krestas (BMWSB) begrüßten als neue Beiratsmitglieder Herrn Prof. Dr. Guido Spars, Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie und Herrn Gilbert Peiker vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Frau Wilhelmina Katzschmann hat für die Rolle der bundesdeutschen BIM-Cluster als Gast teilgenommen.

Zu Beginn gaben die Beiratsvorsitzenden einen kurzen Überblick über die aktuellen digitalpolitischen Vorhaben der Bundesregierung und die Arbeitsschwerpunkte von BIM Deutschland. Schwerpunkte liegen hierbei unter anderem auf dem Potenzial von BIM für die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen sowie auf der Veröffentlichung des BIM-Portals.

Anschließend stand der Masterplan BIM für Bundesbauten und seine Umsetzung im Fokus. Der im November 2021 veröffentlichte Masterplan stellt einen Fahrplan für die Einführung von BIM im Bundeshochbau dar. Er schreibt die BIM-Einführung in drei Stufen verbindlich vor. Diese sollen bei neu beginnenden Projekten ab einem Bauvolumen von 500.000 Euro ab Ende 2022 schrittweise umgesetzt werden. Ziel ist neben einer durchgängigen Informationsverwaltung, eine erhöhte Planungsqualität, Termintreue und Kostensicherheit.

Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt waren die Ausbildungs- und Weiterbildungsbedarfe im Bereich BIM. Die Beiratsmitglieder brachten deutlich zum Ausdruck, dass Digitalkompetenzen auch Bestandteil handwerklicher Ausbildungen werden müssen. Die Beiratsmitglieder diskutierten in diesem Zusammenhang, wie sich die Anforderungen an Aus- und Weiterbildung durch die zunehmende Digitalisierung in der Baubranche verändert haben. Sie stellten heraus, welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden müssen und welche Chancen und Möglichkeiten BIM dabei bietet, gemeinsam die bestehenden Herausforderungen zu bewältigen.

Das Thema der Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung ist ein weiteres wichtiges Thema für die Beiratsmitglieder. Um den anstehende Baubedarf decken zu können, sind hier ebenfalls Maßnahmen dringend notwendig. Die Anwendung digitaler Methoden kann auch in diesem Themenfeld Mehrwerte bezüglich Attraktivitäts- und Effizienzsteigung bieten.

Die nächste Sitzung des Beirats ist für Ende September 2022 geplant.

NameSchwerpunkt
Herr Dr. Christian Artelt
Baustoffe/Bauprodukte
Herr Prof. Dr.-Ing. Joaquín DíazBausoftware und Wissenschaft
Herr MinDirig Lothar Fehn KrestasVertreter BMWSB
Herr Frank GülicherBauherr Bund (Schiene)
Herr Dr.-Ing. Markus HenneckeIngenieurwesen
Herr Dr. Matthias JacobBauwirtschaft
Herr Andreas KrügerVertreter BMDV
Frau Dipl.-Ing. Laura LammelBauausführende
Herr Gilbert PeikerBauherr Bund (Straßenbau)
Herr MinDirig Ralf PossBauherr Bund (Hochbau)
Frau Dipl. Ing. Petra RinnenburgerÖffentlicher Hochbau Städte/Kommunen
Frau Katrin SchneiderBauherr Bund (Wasserstraße)
Herr Prof. Dr. Guido SparsImmobilienwirtschaft
Herr Jörg ThieleBeratender Ingenieur
Herr Stephan WeberArchitektur
Herr MinDir Dr. Thomas Wilköffentlicher Hochbau in den Ländern

Das neue BIM-Portal des Bundes

Die digitale Zusammenarbeit mit BIM erfordert konsistente Daten und verlustfreie, einfache Prozesse. Um eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern und klar nachvollziehbare Anforderungsdefinition sicherzustellen, hat der Bund ein eigenes BIM-Portal entwickelt.
Das neue BIM-Portal des Bundes wird Merkmale, Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und Objektvorlagen liefern, die über offene Datenformate zur Verfügung gestellt werden. Das Portal wird stufenweise als umfassend vernetzte, interaktive und webbasierte Anwendung aufgebaut.

Die öffentliche Freischaltung findet am 11. Oktober statt.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Die deutsche BIM-Normungsroadmap

Die Normungsroadmap BIM wurde am 24.11.2021 vom DIN „Deutsches Institut für Normung“ veröffentlicht. Sie wurde vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert und in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Verein „Deutscher Ingenieure (VDI)“, buildingSMART Deutschland und BIM Deutschland sowie zusammen mit rund 70 Experten und Expertinnen verschiedener Branchen erarbeitet.

Die Normungsroadmap BIM legt die zukünftige strategische Ausrichtung der Normung und Standardisierung im Bereich BIM fest. In ihr werden Voraussetzungen für die breite Anwendung von BIM in der Praxis aufgezeigt sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Normung und Standardisierung im Bereich BIM gegeben.

Zur PDF DIN Normungsroadmap BIM
Zur PDF DIN Normungsroadmap BIM (Flyer)
Weitere Informationen zu Normungsaktivitäten finden Sie hier.

Forschungs- und Innovationsvorhaben im Bereich des digitalen Bauens

Über alle Verkehrsträger fördert das BMDV Forschungs- und Entwicklungsvorhaben für die umfassende Digitalisierung der Prozesse in der Infrastrukturplanung, der baulichen Umsetzung, in Unterhalt und Management und für einen möglichen Abriss am Ende des Lebenszyklus‘.

In den letzten Jahren wurden 30 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von mehr als 37 Millionen Euro gefördert, um die Methode BIM mit Dateninnovationen und Künstlicher Intelligenz weiterzuentwickeln, die notwendigen Datengrundlagen zu schaffen oder neue Datenerfassungsmethoden wie zum Beispiel Drohnen zu schaffen, die Verknüpfung von BIM mit übergreifenden Geo- und Nutzungsdaten zu ermöglichen und neue Ansätze wie dem digitale Zwilling zu erproben und anzuwenden.

Alle Projekte anzeigen

Das digitale Ökosystem »Infra-Bau 4.0

Quelle: Infra-Bau 4.0

Photogrammetrisch erstellte Punkwolke einer Brücke als Basis der auto-matisierten Modellerstellung

Quelle: Technische Universität München

linkes Foto: zwei männer kontrollieren eine brücke und rechtes Foto: aufnahme schadensbild von einer brücke

Quelle: INFRALYTICA GmbH

Infra-Bau 4.0
Dynamische, semi-automatische Umplanung in Infrastrukturbauprojekten
TwinGen
Technologien zur Generierung digitaler Zwillinge als Grundlage für Betrieb und Instandhaltung baulicher Infrastruktur
nVisDa
Strukturen für eine konsistente Bauwerksprüfung mit digitalen Bildern und Data Analytics

Veranstaltungen und Vernetzung für das digitale Planen, Bauen, Infrastrukturunterhalt und -management

Mit einer großen inhaltlichen Bandbreite unterstützt das BMDV die Vernetzung, den Wissensaustausch und den Kompetenzaufbau zum digitalen Bauen in der Verwaltung, Unternehmen, bei Planungsbüros, in der Forschung, Startups, Institutionen der Zivilgesellschaft und letztendlich mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern.