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Die Digitalisierung ist ein zentraler Treiber des Wandels im Verkehrssektor. Sie ermöglicht beispielsweise via App den einfachen Zugang zu Sharing-Angeboten, etwa für Pkw, Fahrräder, Elektroroller oder E-Scooter. Sie liefert die technischen Möglichkeiten für die Integration verschiedener Verkehrsträger auf multi- und intermodalen Mobilitätsplattformen. Sie schafft die Voraussetzungen für automatisierte und vernetzte Formen von Mobilität, etwa den Einsatz autonomer Shuttles als Teil des öffentlichen Personenverkehrs.

Die Digitalisierung kann dazu beitragen, den Verkehrssektor klimafreundlicher zu gestalten. So können digitale Arbeitsmodelle, beispielsweise Homeoffice oder Videokonferenzen, darauf hinwirken, dass weniger Fahrten erforderlich sind. Durch Automatisierung, Vernetzung und den Einsatz künstlicher Intelligenz können der Verkehrsfluss und die Nutzung von Straßen- und Parkraum verbessert werden. Digitale Logistiklösungen, wie Ladungsoptimierung oder intelligente Routenplanung, bieten ebenfalls Treibhausgasminderungspotenziale. Ein digitalisierter Bahnbetrieb kann zu Effizienzsteigerungen im Schienenverkehr führen. Digitale Plattformen können mit kombinierten Mobilitätsangeboten und nahtlosen Reiseketten die Attraktivität des Umweltverbundes erhöhen.

Im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ist daher das Ziel formuliert, den Verkehr weiter zu automatisieren, zu vernetzen, zu verflüssigen und innovative Mobilitätsformen zu ermöglichen.

Smartphone im ÖPNV

Quelle: AdobeStock/ Maria_Savenko

Klimaschutzmaßnahmen

Das im Klimaschutzprogramm gesetzte Ziel soll mit verschiedenen Maßnahmen erreicht werden. Eine davon ist der Ausbau der schnellen Breitband- und Mobilfunknetze als eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung des Verkehrssektors und die flächendeckende Ermöglichung von Home Office. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur trägt nicht nur zu einem Energie-effizienteren Verkehrssektor, sondern auch zu einer Verkehrsvermeidung etwa durch einen geringeren Pendelverkehr und weniger Dienstreisen bei, was wiederum eine Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen zur Folge hat.

Technologien wie 5G und Glasfasernetze führen darüber hinaus auch zu weniger Energieverbrauch und geringeren THG-Emissionen. In mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen wurde die höhere Energieeffizienz und der geringere Emissionsausstoß von Glasfaser gegenüber kupferbasierten Technologien sowie des 5G-Standards gegenüber älteren Standards festgestellt. Im Grundsatz gilt: Je moderner und leistungsfähiger das Netz, desto energieeffizienter ist es auch, da für einen gegebenen Datendurchsatz vergleichsweise weniger Energie aufgewendet werden muss. Laut einer Studie des Branchenverbands BREKO verbrauchen Glasfasernetze pro Bitrate bis zu 17-fach weniger Strom als Kupferleitungen.

Das BMDV begrüßt die massiven Anstrengungen des Telekommunikationssektors die Mobilfunknetze zügig auf 5G umzurüsten und Milliarden in die Umrüstung der Netze auf Glasfaser zu investieren. Wo ein wirtschaftlicher Ausbau sich für die Unternehmen nicht rechnet oder Versorgungsverpflichtungen für Mobilfunkanbieter nicht greifen, unterstützt der Bund mit gezielten Ausbau von Glasfaser und mind. 4G mit Fördermaßnahmen.

Darüber hinaus eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten um Mobilität effizienter und klimaverträglicher zu gestalten. So kann digitale Vernetzung und Automatisierung beispielsweise zu einem besseren Verkehrsfluss führen, was zu CO2 Einsparungen beitragen kann. Auch vor diesem Hintergrund fördert die Bundesregierung die praxisnahe Erprobung von Automatisierung und Vernetzung sowie den Einsatz von künstlicher Intelligenz für nachhaltige Mobilität auf digitalen Testfeldern und in Demonstrationsvorhaben. Bereits im Jahr 2015 hat das BMDV das Digitale Testfeld Autobahn (DTA) initiiert, und in städtischen sowie ländlichen Räumen unterstützt das Ministerium, etwa durch die Forschungsförderung, weitere digitale Testfelder für automatisiertes und vernetztes Fahren.

Daneben ermöglicht digitale Vernetzung eine bessere Integration umweltfreundlicher Verkehrsträger und stärkt damit attraktive Alternativen zur weniger klimaverträglichen Mobilitätsformen. Das Hamburger Reallabor für Digitale Mobilität, das eine Forschungsförderung des BMDV erhält, innovative Mobilitätskonzepte in der Praxis – von einer digitalen Mobilitätsplattform über Mikrodepots zur Reduzierung von Logistikverkehren bis hin zu autonomen Shuttles als Ergänzung des ÖPNV.

Jenseits von Testfeldern und Demonstrationsvorhaben unterstützt das BMDV die weitere Entwicklung des Mobility Data Space als attraktive Informationsbörse für den sicheren, souveränen Austausch von Mobilitätsdaten. Dies bietet den Nährboden zum Wachstum einer dynamischen Entwickler-Community und innovativer Services für effiziente, bezahlbare und klimaverträgliche Mobilität.

Mit der Forschungsinitiative mFUND (Modernitätsfonds) fördert das BMDV bereits seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um digitale datenbasierte Anwendungen für die Mobilität von morgen. Im November 2021 wurde der 9. Förderaufruf veröffentlicht. Die Kommunikations- und Vernetzungsplattform Emmett bietet eine Übersicht über und einen Einblick in die Projekte der Forschungsinitiative , sowie die Möglichkeit zur Vernetzung zwischen mFUND-Projekten und Mobilitätsexpertinnen und -experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Überdies setzt sich das BMDV für geeignete rechtliche Grundlagen für eine moderne und klimafreundliche Mobilität ein. So wurden mit der im März 2021 verabschiedeten Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) die Voraussetzungen für neue Mobilitätsdienste wie digitale Fahrtenvermittler und klimafreundliche Shuttle-Dienste geschaffen, die Fahrten bündeln, sowie eine Pflicht zur Datenbereitstellung eingeführt. Daten sind ein wesentlicher Grundpfeiler für vernetzte Informations- und Mobilitätsdienste im klimafreundlichen öffentlichen Verkehr. Das Gesetz zum autonomen Fahren setzt den rechtlichen Rahmen, damit autonome Kraftfahrzeuge in festgelegten Betriebsbereichen im öffentlichen Straßenverkehr im Regelbetrieb fahren können.